Sonntag, 6. März 2016

Von neuen Projekten und alten Rezepten

Heute gibt es mal kein Rezept, aber dafür viel Text und spannende Neuigkeiten.

Wir kochen ja beide gerne und lieben es, neue Dinge auszuprobieren. Regionale und saisonale Produkte stehen seit langem bei uns hoch im Kurs, Erdbeeren im Winter und Spargel aus Peru im Februar kommen bei uns nicht auf den Tisch. Wir sind da sehr strikt. Seit längerem diskutieren wir darüber, ob wir uns eine Gemüsekiste oder ähnliches zulegen. Das kam aber nach reiflicher Überlegung dann doch nicht in Frage. Zum einen ist das ein Lieferproblem, wir sind nicht immer tagsüber zu Hause und mitten in der Stadt eine Kiste mit Gemüse vor ein Mehrfamilienhaus zu stellen, ist keine soooo gute Idee.
Mitten in diese Überlegungen stieß  mein Mann auf einen Blogbeitrag einer lieben Freundin. Die schreibt ab und an Beiträge für den Blog einer Solidarischen Landwirtschaft.

Hmmmm.... nie gehört? Ging mir auch so. Das ist aber schnell erklärt: Man beteiligt sich mit einem monatelichen Betrag an einem Landwirtschaftlichen Betrieb (früher, damals: Bauernhof) und je mehr Leute sich daran beiteiligen, desto mehr Planungssicherheit gibt es für den Betrieb. Als "Gegenwert" bekommt man wöchentlich einen "Ernteanteil" an der Produktion des Betriebes. Mehr zu der Idee kann man hier nachlesen.

Mein Mann war/ist jedenfalls schwer begeistert und hat sich mit besagter Freundin kurzgeschlossen und weiter informiert. So gerüstet haben wir uns im Januar auf den Weg zum Gut Adolphshof gemacht um uns am Projekt "Sauerkraut" zu beteiligen. Dabei hatten wir die Gelegenheit die für uns wichtigen Leute kennenzulernen und den Hof anzuschauen. Beides hat uns sehr überzeugt und so sind wir seit dem 1. März sogenannete "Mitlandwirte".

Wie funktionert das ganze nun?
Eigentlich ganz einfach: die wöchentlichen Ernteanteile werden an einem bestimmten Tag in ein Depot geliefert, dort aufgeteilt und können dann von den Mitlandwirten abgeholt werden. Die Depots sind quer über Stadt und die Region Hannover verteilt. Alle Mitlandwirte bekommen vorher immer eine Liste, mit dem, was uns in dieser Woche zusteht. Was und wieviel geliefert wird, hängt immer von den Erträgen ab, die geertet worden. Der Hof liefert nicht nicht nur Gemüse, sondern auch hat auch Kühe und Ziegen und so bekommen wir auch Joghurt, Quark und Käse. Wir haben uns bewußt für einen vegetarischen Anteil entschieden und auf das Fleisch verzichtet. Alle Produkte werden nach Demeter Richtlinien angebaut und verarbeitet.

Für uns ist das alles (noch) sehr spannend und aufregend. Einen großen Reiz macht natürlich aus, dass wir nicht wissen, was wir in der nächsten Woche bekommen und so immer gezwungen sind, mit vorgegebenen Lebensmitteln zu kochen oder einzuwecken.

Ich werde hier also immer mal wieder unsere Ernteanteile zeigen und die entsprechenden Rezepte dazu posten oder verlinken. Wir haben einen ganzen Ernteanteil, man kann aber auch einen halben Anteil bekommen und zahlt entsprechend weniger.

So sah es diese Woche aus:

Solawi- Ernte Woche 09-2016
Immer: 1 Brot, 1 kg Kartoffeln, 4 Eier, 500 gr. Joghurt, 300 gr. Schnittkäse
Diese Woche: 1/2 Weißkohl, 600 gr. Möhren, 500 gr. rote Zwiebeln, 260 gr. Postelein, 60 gr. Feldsalat, 250 gr. Vollmilchquark, 1 Weichkäse, 1 Ziegenfrischkäse

Wir haben uns auch gleich daran gemacht, die Dinge zu verbrauchen:

Postelein mit Tomate und Huftsteak
Den Postelein-Salat, der für mich so ein bisschen in die Asia-Richtung geht, habe ich mir mit frischem Koriander vermischt, für meinen Mann durfte es Basilikum sein. Dazu ein Dressing aus frisch gepresstem Mandarinensaft und Olivenöl, mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt. Tomaten und frisch gebratenes Huftsteak rundeten unser Abendessen ab.

Für den Weißkohl habe ich eines unserer Lieblingsrezepte rausgekramt:
Türkischer Weißkohlauflauf. In diesem Zuge spendiere ich dann im Laufe des Tages auch ein neues Bild für das Rezept.
Und weil ich das Bild für das alte Rezept so fürchterlich finde, werde ich in Zukunft mal wieder ein paar alte Rezepte nachkochen und ihnen neue, schöne Bilder spendieren. Ein weiteres neues Projekt auf meiner Liste.

Das waren also heute mal viele Informationen und eigentlich keine neuen Rezepte. Wenn hier also in Zukunft von "Ernte" und "Mitlandwirten" und "SoLaWi" die Rede ist: ihr wisste Bescheid.

Übrigens gibt es in ganz Deutschland Solidarische Landwirtschaften. Erkundigt euch doch mal.....





Montag, 29. Februar 2016

Bulgur mit Zucchini und Kräutern

Letztes Jahr habe ich angefangen mich etwas mehr mit der, im weitesten Sinne, Orientalischen Küchen auseinander zu setzen und es ist genau mein Ding geworden. Ich liebe die vielen Gewürze und Kräuter, die verwendet werden. Manche Gerichte sind sehr aufwändig zu kochen, andere hingegen bestechen durch ihre Einfachheit.
Wie dieses hier zum Beispiel, dass ich aus einem leider momentan vergriffenen Kochbuch entnommen habe (The illustrated Food and Cooking of Lebanon, Jordan and Syria). Ich habe aus diesem Buch schon einen tollen Kartoffelsalat gemacht und es folgen mit Sicherheit noch einige weitere Gerichte. Jetzt gibt es erst einmal Bulgur mit Zucchini und Kräutern.

Bulgur mit Zucchini und Kräutern


Zutaten: 
112 gr. Bulgur
15 ml Olivenöl
1 kleine Zwiebel
2 kleine Zucchini
etwas gemahlenen Safran (wenn man hat)
1/2 EL Butter
1/2 Bund Dill
1/2 Bund Minze
Salz, Pfeffer
Unbehandelte Zitrone

Vorbereitung:
Den Bulgur in einem Sieb gut waschen und abtropfen lassen. Die Zwiebel fein würfeln. Die Zucchini ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Dill und Minze waschen, die Blätter abzupfen und fein hacken.

Zubereitung: 
Den Bulgur in eine Schüssel geben und bis 2 cm darüber mit kochendem Wasser bedecken. Abdecken und für ca. 15 Minuten quellen lassen.
In der Zwischenzeit die Olivenöl und Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel bei mittlerer Hitze goldbraun braten. Dann die Zucchiniwürfel zusammen mit dem Safran zugeben und weiter braten, bis die Zucchini anfangen zu bräunen.
Jetzt den (abgegossenen) Bulgur unterheben und alles mit Salz und Pfeffer würzen.
Mit den Kräutern mischen und evtl. mit etwas Zitronensaft abschmecken.

Kerstins Erfahrungen:
Entweder man ist das gleich heiß als Hauptgericht, nimmt es als Beilage zu einem Stück Fleisch oder serviert es lauwarm bei einem sommerlichen Grillbuffet. So oder so, es ist köstlich, frisch und ganz fix zubereitet. Die krummen Zahlen bei den Zutaten kommen übrigens daher, dass das Original für 6 Personen gemacht wurde. Ich habe die 3-Personen-Portionen spielend an zwei Tagen allein aufgegessen. Allerdings als Hauptgericht.

Samstag, 13. Februar 2016

Reisnudeln mit Tomatensauce und Feta

Aus dem Jahresendurlaub in London habe ich mir diverse Kochzeitschriften mitgebracht. Wie sollte es auch anders sein. Beim durchblättern der Januarausgabe der Zeitschrift "delicious" (die ich neben der Good Food immer sehr spannend finde), fiel mir ein Rezept mit den von mir viel zu selten gekochten Reisnudeln (Kritharaki) auf. Nach einem intensiven Suchvorgang im Vorratsregal, fanden sich auch tatsächlich 2 Packungen Reisnudeln an. Also flugs noch den Schafskäse besorgt und das Abendessen für den nächsten Tag stand.
Und weil die Hauptzutat aus den Tiefen des Vorratsregals kam, reiche ich dieses Gericht für den Dauerblogevent "aus dem Vorratsschrank" von Susannes Blog "Magentratzerl" ein.

Reisnudeln mit Tomatensauce und Feta


Zutaten für 4 Portionen:

1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
Olivenöl
3 TL Tomatenmark
4 frische Zweige Oregano
1/2 Bund Petersilie
2 kleine Dose Tomaten
150 gr. grüne Oliven (besser: schwarze)
300 gr. Kritharaki
150 gr. Feta Käse
Salz, Pfeffer,
geräuchertes Paprikapulver

Vorbereitung:
Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Oreganoblätter von den Stielen trennen und fein hacken. Mit der Petersilie ebenso verfahren.

Zubereitung:
In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch bei milder Hitze ca. 10 Minuten anschwitzen. Dann die Hitze wieder voll aufdrehen und das Tomatenmark zufügen und eine weitere Minute mitbraten. Die Tomaten und die Oliven zugeben und alles bei mittlerer Hitze für 15-20 köcheln lassen bis es leicht andickt. Mit einem Holzlöffel die Tomaten immer mal wieder zerdrücken.
In der Zwischenzeit die Kritharaki in Salzwasser ca. 8 Minuten kochen lassen. Abgießen und abtropfen lassen. Dann die Reisnudeln in die Tomatensauce geben und kräftig mit Salz, Pfeffer und geräuchertem Paprikapulver abschmecken. Dieses Gericht verträgt viel Gewürze. Am Schluß die gehackte Petersilie und den zerbröselten Fetakäse über die Reisnudeln streuen.

Kerstins Erfahrungen: 
Ein köstliches, vegetarisches Gericht, dass sich gut für ein Abendessen unter der Woche eignet. Ich habe grüne Oliven genommen, weil ich keine schwarze mehr hatte. Dadurch wurde das Gericht etwas säuerlich/bitter. Ich empfehle daher lieber schwarze Oliven zu verwenden (wie es auch im Originalrezept steht).

Samstag, 30. Januar 2016

Portugiesischer Grünkohleintopf nach Tim Mälzer

Vor gefühlten Urzeiten hat der Mann an meiner Seite, der für sein Leben gerne typisch norddeutsch zubereiteten Grünkohl isst, mal ein Rezept von Tim Mälzer aufgeschrieben. Portugiesischer Grünkohleintopf.... aha.... klingt so, als ob ich mich dann auch mal mit Grünkohl anfreunden könnte. Ich esse den typisch deutschen, total zerkochten, Grünkohl zwar auch (am Liebsten mit süßen Kartoffeln), aber max. 1-2 Mal pro Saison. Mein Mann könnte das im Winter mindestens einmal die Woche essen. Also sind wir auch gerne mal auf der Suche nach alternatven Zubereitungsmethoden. Und da fiel uns das vor Jahren notierte Rezept wieder ein. Na dann mal los....



Zutaten für 2-3 Portionen: 

500 gr. Grünkohl
1 große Zwiebel
1/2 rote Chili
3 EL Olivenöl
1/2 TL Kreuzkümmel
200 ml Gemüsebrühe
1 große Dose Tomaten (800 ml)
1 Chorizo
50 gr. Sultaninen
gemahlene Mandeln
Salz, Pfeffer

400 gr. Kartoffeln
Zucker
geräuchertes Paprikapulver

Vorbereitung: 
Den Grünkohl waschen, in mundgerechte Stücke zupfen (die dicke Mittelrippe evtl. entfernen) und ca. 10 Minuten in kochendem Wasser weich werden lassen, danach mit kaltem Wasser in einem Sieb spülen und abtropfen lassen.
Die Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Knoblauch und Chili (entkernen) in Scheiben schneiden. Den Knoblauch vorher natürlich schälen.
Die Chorizo in Scheiben (dünne Chorizo) oder in Würfel (dicke Chorizo) schneiden.
Kartoffeln schälen, vierteln und ca. 6-7 Minuten in Salzwasser kochen. Abgießen und ausdampfen lassen.

Zubereitung:
Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln, Kreuzkümmel, Knoblauch und Chili bei mittlerer Hitze anschwitzen lassen. Den Grünkohl und die Gemüsebrühe zugeben und für ca. 15 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln.
Die Dosentomaten unter den Grünkohl mischen, gerne vorher ein wenig zerteilen, und weitere 20 Minuten garen lassen. Nach 10 Minuten die Sultanien und die Chorizo zufügen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und gegebenenfalls mit den gemahlenen Mandeln etwas binden.
In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Kartoffeln mit Zucker und geräuchertem Paprikapulver (beides je nach Geschmack verwenden) anbraten. Der Zucker karamelisiert  und die Kartoffeln werden leicht süß und etwas knusprig.

Beides zusammen servieren.

Kerstins Erfahrungen: 
Yeah.... so mag ich auch Grünkohl. Dieser hier ist nicht so lange gekocht, schmeckt etwas scharf, je nach Chorizo und Chili, und die von mir so geliebten süßen Kartoffeln bekommen durch das geräucherte Paprikapulver einen wunderbaren Geschmack. Die Kartoffeln haben sogar meinem Mann geschmeckt, der sonst eher nicht so die süßen Dinge im Essen mag. Für uns ist das eine schöne Alternative zu dem norddeutschen Grünkohl.