Mittwoch, 19. November 2014

Schokoladentarte mit Chili und Zitronengras an Orangensalat

Zu einem schönen Menü gehört auch ein leckeres Dessert. Und ich bin nun wirklich keine Dessert-Königin, deshalb habe ich auch Grapefruit-Gratin mit Honig-Safran-Zabaione und Nusskrokant erst einmal verworfen. Das mache ich erst einmal für den Mann an meiner Seite und mich und nicht gleich für Gäste. Also musste ein Ersatz her, der lecker, aber nicht zu kompliziert war. Sozusagen gelingsicher. Und wenn es darauf ankommt, kann ich das hier nur empfehlen. Natürlich wieder aus dem wunderbaren Buch "Kochen á lá Liberté" von Daniel Galmiche.

Schokoladentarte mit Orangensalat


Zutaten für eine 18cm Springform
Tarteteig
90 gr. Mehl
1 EL dunkles Kakaopulver
60 gr. weiche Butter
30 gr. Puderzucker
Salz
1 Eigelb

Belag
250 ml Sahne
1 Stange Zitronengras
1 rote Chili
200 gr. Schokolade 70%
20 gr. weiche Butter

Orangensalat
3 unbehandelte Orangen
3 Kardamomkapseln
3 EL Zucker
1 TL Thymianblätter

Zubereitung:
Für den Teig zunächst das Mehl mit dem Kakao in einer kleinen Schüssel vermischen. In einer großen Schüssel die weiche Butter mit dem Puderzucker, einer Prise Salz und dem Eigelb schaumig rühren. Die Mehl-Kakao-Mischung durch ein Sieb dazugeben und alles rasch zu einem Teig kneten. Den Teig nicht zu lange bearbeiten. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 40 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Eine 18 cm Springform mit weicher Butter ausfetten. Den Teig zwischen 2 Lagen Backpapier auf ca. 3mm Stärke ausrollen. Der Teig ist recht weich, aber zwischen dem Backpapier geht das mit dem ausrollen gut. Dann eine Lage Backpapier abziehen und den Teig vorsichtig in die Form geben. Auf dem Boden andrücken und nach und die andere Lage Backpapier abziehen. Eventuell muss man den Rand ein bisschen stückeln. Der Teig ist aber so weich, dass alles ohne Probleme haftet. Gut an Boden und Rand andrücken, dann den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen und nochmals 30 Minuten in der Form in den Kühlschrank stellen. Dies verhindet, dass sich der Teig beim Backen zusammenzieht.

Währendessen die Sahne bei mittlerer Hitze aufköcheln lassen, dann sofort vom Herd nehmen. Das Zitronengras längs einschneiden und weich klopfen, die Chili entkernen und in grobe Stücke schneiden. Beides in die warme Sahne geben und auch ca. 30-40 Minuten ziehen lassen. Den Topf mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet.
Wer den Geschmack des Chili nicht so intensiv mag, gibt den Chili erst nach ca. 15-20 Minuten in die Sahne. Das Zitronengras muss aber unbedingt von Anfang an in die Flüssigkeit, da es sonst zu wenig Geschmack abgibt.
Den Backofen auf 180°C vorheizen und die Springform aus dem Kühlschrank mit frischem Backpapier auslegen und Blindbackkugeln oder Hülsenfrüchte (ich hab früher immer getrocknete dicke Bohnen genommen, heute habe ich die Blindbackkugeln von Jamie Oliver) einfüllen. Dann für ca. 6 Minuten im Ofen Blindbacken. Jetzt das Backpapier mit dem Blindbackmaterial entfernen und den Teig weitere 5 Minuten bei 160°C backen. Wenn der Teig dann aus dem Ofen kommt, löst er sich bereits gut aus der Form. Das soll er aber noch nicht. Erst muss noch der Belag drauf.
Für den Belag die Schokolade fein reiben und gemeinsam mit der Butter über einem Wasserbad (in einer Metalschüssel) schmelzen lassen. Die Gewürzsahne über einem Sieb abseihen und langsam in die Schokoladenmasse einrühren. Nicht irritieren lassen, wenn die Masse zwischendurch komisch und grieselig aussieht, wenn die gesamte Sahne eingerührt ist, wird es eine glatte, glänzende Creme sein. Diese Creme gibt man dann auf den Teig und stellt das ganze, abdeckt mit Frischhaltefolie, in einen kühlen Raum, aber nicht in den Kühlschrank. Im Kühlschrank geht der Glanz der Schokolade verloren.
All das kann man ganz prima bereits am Vortag vorbereiten.

Jetzt fehlt noch eine erfrischende Beilage, die hier in Form eines Orangensalates daher kommt.
Die unbehandelten Orangen waschen, die Schale in Zesten abziehen und in eine Schüssel geben. Dann die Orangen schälen, am besten über einer weiteren Schüssel, dabei die weiße Haut entfernen, und filetieren. Dabei den Saft auffangen und den angedrückten Kardamom im Orangensaft ziehen lassen. Wenn eine Orange komplett filetiert ist, den Rest kräftig ausdrücken. Die Filets in eine andere Schüssel geben und den Saft ab und an in die Saftschüssel abgießen.
Die Zesten in einem kleinen Topf mit kaltem Wasser bedecken und bei mittlerer Hitze aufkochen lassen. Dann abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Diesen Vorgang wiederholen. Danach 4 EL Wasser zu den abgegossenen Zesten in den Topf geben und den Zucker darin unter Rühren auflösen. Aufkochen lassen und ca. 5 Minuten köcheln lassen, bis die Zesten glasig sind. Dann etwas abkühlen lassen.
Den Saft durch ein Sieb in einem Topf gießen und einige Minuten einkochen lassen. Die Zesten unterrühren und alles abkühlen lassen. Über die Orangenfilets geben und mit 1 TL frischem Thymian vermischen. Etwas ziehen lassen.
Zum Anrichten die Tarte vorsichtig aus der Form lösen und in schmale Stücke schneiden. Die Orangenfilets mit etwas Saft daneben platzieren und die Zesten auf dem Kuchen verteilen.

Kerstins Erfahrungen: 
Hui.... das ist mal eine mächtige Tarte. Der Orangensalat ist die perfekte, leichte Ergänzung dazu. Ich gebe zu, das dieses Dessert ziemlich aufwändig ist, aber es ist jeden Bissen wert. Den Orangensalat wird es im Winter sicherlich noch öfter als Dessert geben.
Das Tarterezept ist übrigens für 4 Personen berechnet, allerdings kann diese Portion kein Mensch essen, zumindest nicht, wenn man vorher schon Suppe und Hauptgang hatte. Für Schokoholiks ist das unbedingt zu empfehlen!

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